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Verein Deutscher Ingenieure Bezirksverein Saar e.V. |
Saarländische Ingenieure auf Entdeckungstour im Reich der Mitte
Pünktlich hob der Jumbo der China Air am 29.03.2004 in Frankfurt ab. Begleitet von einer Vielzahl dunkelhaariger Asiaten fanden wir 60 saarländischen "Langnasen" verstreut Platz in einer vollbesetzten, schlicht ausgestatteten "747". Einfach und nicht sehr freundlich versorgt flogen wir dann der aufgehenden Sonne entgegen. Nach neun Flugstunden landeten wir gegen 11 Uhr am nächsten Morgen in Peking, dem heutigen Beijing, und wurden von zwei sehr gut Deutsch sprechenden Reiseführern empfangen. Vom Flughafen ging es bei strahlendem Sonnenschein quer durch die 13 Millionen-Stadt, vorbei an zahllosen Hochhäusern und vielen Baustellen, zu unserem im Westen der Stadt gelegenen 32-stöckigen Hotel.
Der folgende Besuch der Ming Gräber begann mit dem Betreten des Eingangstores zum "Gräbertal" und schloss mit dem Flanieren durch eine Steinsäulenallee, gesäumt mit Tieren, Hofbeamten und mythischen Figuren ab. Danach besuchten wir eine sehr großzügig an einer Hanglage angelegte Grabesstätte samt ihrer unterirdischen Gewölbe, Kammern und einer Grabschmuck Ausstellung. 4. Tag: Während der Fahrt zur "Verbotenen Stadt" erklärte uns unser Reiseführer, dass in China nur 13% der Fläche bewohnbar sind, dass das Heiratsalter aufgrund des Bevölkerungswachstums (10 Mio./Jahr bei ca. 1,3 Mrd. Einwohnern) hoch gesetzt wurde (Männer 25, Frauen 23) und die Mehrkinder-Ehe mit strengen Repressalien belegt ist (Schwierigkeiten bei der Kindes-Anmeldung, Schwierigkeiten in der Beschäftigungsfirma), dass die Arbeitslosigkeit bei 10% liegt, Altersheime immer beliebter werden und das Bildungsniveau auf dem Lande ein Problem ist. Die "Verbotene Stadt" ist das von gewaltigen roten Mauern und goldenen Dächern bedeckte frühere Zentrum der Chinesischen Macht. Sie unterteilt sich in drei großzügig angelegte öffentliche Höfe. Westlich neben dem öffentlichen Teil befinden sich die noch vollständig eingerichteten Privatgemächer inklusive der Räume für die Konkubinen des Kaisers; alles ist durch ein Gewirr von Gängen und Toren miteinander verbunden. Im nicht besichtigten Ostteil hielten sich die Eunuchen als männliche Bedienstete auf. Nach dem Mittagessen fernab allen Trubels besuchte unsere Gruppe einen sehr gut erhaltenen und mit ca. 20 Mönchen bewirtschafteten sehr schönen Tempel des Lamaismus, in dem eine beeindruckende 18 Meter hohe Buddha-Statue zu besichtigen war. Anschließend ging es weiter zu einem nahe gelegenen Tempel des Konfuzius, in dem uns Wesenszüge seiner Lehre, sowie auch die Bedeutung der Musik erklärt wurden. Der erlebnisreiche Tag wurde am Abend in Peking durch eine atemberaubende Akrobatikvorführung in einem Theater nahe dem Botschaftsviertel beendet. 5. Tag: Bei klarem Sonnenschein besuchten wir morgens den an einem künstlichen See gelegenen Sommerpalast des Kaisers. Diese sehr großzügige, parkähnliche Anlage diente als Sommerresidenz und am Ende des Kaiserreiches als permanenter Wohnsitz. Weiter ging es zum sehr geschmackvoll gebauten Himmelstempel, dessen Kennzeichen die runden mit blauen Ziegeln bedeckten Türme sind. Dieser Tempel, in dem sich auch der "Mittelpunkt der Erde" befindet, liegt ebenfalls in einem großen, nach strengen Regeln angeordneten Park.
Vorbei am schmutzigen und unübersichtlichen Westbahnhof ging es anschließend weiter auf die Aufsichtsplattform des über 400m hohen Fernsehturms. Bei mittlerer Sicht hatten wir hier einen guten Überblick über das gigantische Ausmaß der Stadt, in der neben Parkanlagen noch zahlreiche alte, niedrig bebaute Bereiche zu erkennen sind, die über kurz oder lang alle verschwinden werden. Nach der Ankunft im Hotel am Nachmittag entschlossen wir uns zu einer Tour
Der Nachmittag stand mehr oder weniger zur freien Verfügung. Statt der angebotenen Tour zu einer Seidenfabrik entschieden wir uns, den nahen Zoo zu besuchen. Hier beeindruckte uns am meisten die Unterwasserwelt mit einem untertunnelten, ca. 4 m hohen Korallenriff, in dem sich Fische, Riesen- schildkröten, Rochen, Haie und anderes Getier tummelten.
Auf das abschließende "Pekingentenessen" am Abend verzichteten wir; stattdessen fuhren wir lieber noch einmal zum "Night Market" (siehe oben), wo wir unsere letzten 9,- € einschl. Taxifahrt aufs genüsslichste "verprassten". Mit dem Taxi ging es zu unserer letzten Nacht zurück ins Hotel. 8. Tag: Gegen 10.00 Uhr standen die Busse zum Flughafentransport bereit. Nach kurzer Verabschiedung durch unsere Reiseleiter wurden wir den bekannt akribischen Kontrollen ausgesetzt, bevor die 747 den 10,5 Stunden langen, sehr ruhigen Flug nach Deutschland aufnahm.
Fazit: Es war faszinierend, diese im Abstreifen des alten kommunistischen Jochs befindliche Kultur zu erleben, die sich mit großer Macht und Masse hin zum westlich geprägten Individualismus bewegt.
Von Jana Gustmann und Thomas Finkler
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Juni 2004, © Copyright VDI Bezirksverein Saar e.V., Saarbrücken
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