VDI Bezirksverein Saar e.V.

Verein Deutscher Ingenieure Bezirksverein Saar e.V.

Föderation der Ingenieurverbände SAAR-LOR-LUX

Ingenieurtag 2005

Am Samstag, den 17. September 2005 fand unser 21. Ingenieurtag SAAR-LOR-LUX statt. Im jährlichen Wechsel wird der Ingenieurtag von einem der drei Ingenieurverbände aus Lothringen, Luxemburg und dem Saarland organisiert. In diesem Jahr lag die Verantwortlichkeit für die Durchführung bei unseren französischen Kollegen von der URIS Lorraine.

Der Tag stand unter dem Motto:

- Nancy-2005 - Capitale des Lumières -

Nach Absprache mit den Ingenieurverbänden aus Luxemburg und dem Saarland hatten sie sich für Nancy in Lothringen entschieden. Und um es vorwegzunehmen: es war ein in allen Bereichen gelungener Ingenieurtag.

Schon bei der Abfahrt morgens um 8.15 Uhr in Saarbrücken (wir fuhren infolge der großen Anzahl deutscher Teilnehmer mit zwei Bussen) war zu spüren, daß es ein interessanter und unterhaltsamer Tag werden würde; sogar das Wetter zeigte sich zu diesem Zeitpunkt von seiner schönsten Seite.

Begrüßung im Rathaus von Nancy Angekommen im Zentrum von Nancy, erreichten wir nach einem kleinen Fußmarsch das "Hotel de Ville", wo wir im großen Saal in eindrucksvoller Umgebung vom Präsidenten der URIS Lorraine, Monsieur Pierre Lécoanet, empfangen wurden.
           Begrüßung im Rathaus von Nancy

Mit den nachfolgenden Worten eröffnete Pierre Lécoanet den Ingenieurtag SAAR-LOR-LUX 2005 in Nancy:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, zu unserem Treffen der Ingenieure von Saar, Luxemburg und Lothringen heiße ich Sie herzlich willkommen. Es ist eine große Ehre für unseren Verband, in diesen prächtigen Räumen des Rathauses von Nancy von der 1. Bürgermeisterin empfangen zu werden, die auch Leiterin einer Ingenieurschule ist.

Frau Guidat kennt also die Welt der Ingenieure und URISLOR und ist in unserem Kreis willkommen. Ich erinnere daran, dass der Preis Barbier-Simonin, eine Auszeichnung von URISLOR, einer Gruppe von Studenten dieser Schule verliehen worden ist.

Madame Guidat, Sie kennen die Ingenieurverbände in Frankreich und im Ausland, und heute habe ich die Ehre, Ihnen eine Delegation von Ingenieuren von der Saar, aus Luxemburg und Lothringen vorzustellen, die sich schon seit über 20 Jahren gemeinsam Gedanken machen über die Funktion des Ingenieurs in der Industrie und seinen Platz in der europäischen und weltweiten Gesellschaft. Seit dem Jahrhundert der Aufklärung, das die Entfaltung der Wissenschaft und die Hoffnung auf Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen erlebt hat, haben Wissenschaft und Technologie gewaltige Fortschritte gemacht. Die heutigen Erfindungen erwecken unsere Bewunderung, aber auch in zunehmendem Masse unsere Besorgnis. Man denke z.B. an die Debatte über das Vergraben von Atommüll oder an die täglich von den Medien gemeldeten Unfälle und Katastrophen, für die Wissenschaftler und Ingenieure auch verantwortlich gehalten werden.

Wir haben deshalb eine pädagogische Pflicht gegenüber der Gesellschaft - eine Aufgabe, sie über Wissenschaft und Technologie zu informieren und zu belehren. Wir müssen die Ideologie des Fortschritts des Zeitalters der Aufklärung wieder finden. Die Leitung einer Ingenieurschule, Madame Guidat, verbunden mit Ihrem Einsatz in der Verwaltung einer Stadt wie Nancy ist ein gutes Beispiel dafür. Ich danke Ihnen noch einmal für den Empfang hier in Ihrem Rathaus. Ihnen allen wünsche ich einen angenehmen Tag in Nancy und mit URIS Lorraine."

Nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeisterin Guidat, die sich erfreut zeigte, rund 140 Gästen ihre Stadt vorstellen zu können, begann für die Teilnehmer das Programm zunächst mit einer ausführlichen Besichtigung des historischen Zentrums der Stadt.

Für die deutschen Teilnehmer wurde die Führung durch die Stadt mit einer ausgezeichnet deutsch sprechenden und geschichtlich sehr bewanderten jungen Französin zum Erlebnis. Hier einige Daten und Eindrücke: Die Geschichte der Stadt Nancy ist auch mit die Geschichte des Herzogtums Lothringen, das sich lange Zeit zwischen den Großmächten behaupten konnte. Im 16. Jahrhundert gehörte der lothringische Hof zu den glänzendsten Europas. Zuvor war 1477 in der berühmten "Schlacht von Nancy" der Angriff Karls des Kühnen abgewehrt worden. Das Stadttor "Porte de la Craffe", das älteste Bauwerk Nancys, ist als Teil der damaligen Festungsanlagen bis heute erhalten geblieben.

Besichtigung dieser eindrucksvollen Stadt
Besichtigung dieser eindrucksvollen Stadt

Immer waren die Blütezeiten von Nancy verbunden mit architektonischen Glanzleistungen. Das gilt für die Stadterweiterung im 16. Jahrhundert, als neben der bestehenden Altstadt eine "neue Stadt" mit gerade gezogenen Straßen und italienisch orientierter Architektur entstand. Und dies gilt auch für die prachtvolle Stadtanlage, die nach 1700 unter Stanislaw Leczczynski gebaut wurde. Eine Anlage, die der Stadt das Attribut "königliches Nancy" einbrachte. Der ehemalige polnische König war der Schwiegervater Ludwigs XV. Ihm sind die berühmten Plätze "Place de la Carrière" und "Place Stanislas" zu verdanken, Ein Triumphbogen verbindet die beiden Plätze, die mit den herrlichen vergoldeten Gittern von Jean Lamour und den schönen Fontänen und Brunnen mit barockem Figurenschmuck das charakteristische Lebensgefühl einer Epoche zum Ausdruck bringen.

Nach dem Tode von Stanislaw kam Lothringen zu Frankreich. Nancy wurde 1777 Bischofssitz. Erst nach 1871 begann ein neues Wachstum. Das ehemalige höfische Nancy entwickelte sich nun zur Wirtschafts- und Industriemetropole. 1909 fand hier die Weltausstellung statt. Die Kunst aber blieb bis heute ein bedeutender Faktor. Um 1900 entstand die "Ecole de Nancy" an der Spitze der Jugendstilbewegung, deren progressive Formensprache nach wie vor Gültigkeit hat.

Unter den vielen Museen Nancys befinden sich das "Musée des Beaux-Arts", das historische Museum mit Zeugnissen aus römischer und merowingischer Zeit, das geologische Museum, das Eisen-Museum, das einige der Teilnehmer noch am Nachmittag besichtigen sollten, und schließlich das zoologische Museum mit dem tropischen Aquarium, das die reichste Sammlung der Welt beherbergen soll. Kunst und Wissenschaft sind ständig gegenwärtig. Stanislaw gründete einst eine Ärzteschule, aus der die berühmte medizinische Fakultät Nancy hervorging. Heute ist die naturwissenschaftliche Universität Nancys die drittgrößte Frankreichs.

Mittagessen im Restaurant Les Césars Nach dem eindrucksvollen "Spaziergang" durch die historischen Stadtteile trafen sich die Teilnehmer zum gemeinsamen Lunch im Restaurant "Les Césars" direkt am Place Stanislas, wo man sich für den weiteren Tag stärken konnte.

Mittagessen im Restaurant Les Césars          

Besuch im Eisen-Museum Am Nachmittag wurden zwei Besichtigungen zur Wahl angeboten: entweder das schon oben erwähnte Eisen-Museum in Jarville oder die aktuelle Ausstellung "La Lumière aux temps des lumières" im Zentrum von Nancy. Beide Besichtigungen wurden zweisprachig, französisch und deutsch angeboten, was von den Teilnehmern wiederum durchweg positiv aufgenommen wurde, konnten doch auch ins Detail gehende Fragen beantwortet werden.
           Besuch im Eisen-Museum

Zwei Stunden zur freien Verfügung schlossen sich den Besichtigungen an und so machten sich etliche Teilnehmer auf den Weg, im Zentrum noch einige Wissenslücken auf eigene Faust zu schließen, die Geschäfte unter die Lupe zu nehmen oder einfach auf dem Place Stanislas vor einem der Cafés bei strahlendem Sonnenschein die Seele baumeln zu lassen.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer zur Abschlußveranstaltung im Hotel "Park Inn", wo nach Ansprachen von den Präsidenten der Ingenieurvereinigungen der FDI auch der Vorsitzende des CNISF (entspricht dem VDI in Deutschland) Herr Noël Clavelloux mit einigen Worte über die FEANI, dem europäischen Dachverband der Ingenieure, berichtete. Nach dem abschließenden Abendessen in lockerer Atmosphäre, der ein oder andere konnte seine Sprachkenntnisse testen oder auffrischen, machten sich die Teilnehmer wieder auf den Nachhauseweg, jeder mit ganz individuellen neuen oder erneuerten Eindrücken über die Stadt Nancy.

Die VDI-Mitglieder waren sich jedenfalls einig: Der Tag und die Veranstaltung waren äußerst gelungen und wer nicht dabei war, kann nicht einmal erahnen, was er verpaßt hat!


Der Vorstand des BV Saar e.V.

Dipl.-Ing. (FH) Roland Ißle
Schriftführer und Leiter der Geschäftsstelle
 
 


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unserer Französischen Kollegen des URIS-Lorraine

 

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