VDI Bezirksverein Saar e.V.

Verein Deutscher Ingenieure Bezirksverein Saar e.V.

Föderation der Ingenieurverbände SAAR-LOR-LUX

Ingenieurtag 2009

Am Samstag, den 24. Oktober 2009 fand unser 24. Ingenieurtag SAAR-LOR-LUX statt. Im jährlichen Wechsel wird der Ingenieurtag von einem der drei Ingenieurverbände aus Lothringen, Luxemburg und dem Saarland organisiert. In diesem Jahr lag die Verantwortlichkeit für die Durchführung bei unseren französischen Kollegen von der URIS Lorraine.

Den Auftakt des Tages bildete der Empfang durch den Bürgermeister von Metz im historischen Rathaus. In seiner Ansprache, dankenswerterweise übersetzt von Frau Lecoanet, wies der Bürgermeister, Herr Dominique Gros, selbst Ingenieur, daraufhin, daß Ingenieure zwar zu allen Zeiten entscheidend zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen beigetragen haben, aber andererseits selten - zu selten für ihre Bedeutung - in gesellschaftlich-politischen Führungsrollen anzutreffen waren und sind. Mit Blick auf den weit gespannten Bogen des Besichtigungs-Programms mit Bauwerken vom Mittelalter bis heute hätten Ingenieure (Bau-)Werke geschaffen, die über die reine Funktion hinaus auch künstlerische und ästhetische Anforderungen erfüllten.

Gestärkt mit einem Imbiß, teilten wir uns bis auf wenige Ausnahmen zur Führung durch Kathedrale und Stadt entsprechend der bevorzugten Sprache auf.

Kathedrale von Metz Sehr kompetent, auch bei gelegentlichen Nachfragen, wurden wir durch die bauliche Entwicklung der Kathedrale geführt, immer hingewiesen auf Details von den Uranfängen als keltische Kultstätte bis zu einer Skulptur mit dem Gesicht Wilhelms II. Deutlich wurde das Konzept des extremen Leichtbaus der damaligen Meister zur Schaffung eines großen, von Licht durchfluteten Hallenbauwerks. Über die Versorgung mit Licht hinaus dienen die Fenster immer noch dazu, auf künstlerische Art von einer Botschaft zu künden.
                       Kathedrale von Metz

Zwischenstop im Park Entlang der Mosel ging es längs historischer Bauten - einst französische Militärbauten mit Theater - und der in preußischer Zeit gebauten Miniaturausgabe des Wormser Doms durch Parks. Danach ging es zum Mittagessen.

Nach den vielen Gesprächen beim Mittagessen in einem Brauerei-Restaurant ging es gut gestärkt mit unseren Führerinnen durch das Kaiserviertel. Deutlich wurde die planvolle Anlage des Militärviertels, nachdem Lothringen 1871 als neue Westprovinz deutsch geworden war. Durch das Viertel für die neu eingewanderte Zivilbevölkerung und die wirtschaftlichen Aktivitäten wie Handelskammer und Reichsbank mit seinen Jugendstilbauten der Gründerzeit und der breiten doppelspurigen Allee ging es zum berühmten Bahnhof mit interessanten Jugendstildetails. In Anlage und Stil dieses Viertels fühlte man sich wie im heimischen Aachen, ebenfalls preußisches Neuland (aber seit 1815), wo ein sehr ähnliches Viertel in dieser Periode entstand. Die professionelle Führung hat den Teilnehmern einen tiefen und sehr interessanten Einblick in die Geschichte und Entstehung der Stadt Metz gegeben.

Centre Pompidou in Metz Aus der Vergangenheit ging es nun zu der Baustelle eines neu geplanten Viertels hinter dem Bahnhof, wo derzeit das Centre Pompidou entsteht - ein Glanzpunkt und der Abschluß der Besichtigungstour.

Vorgebogene baumartige Holzleim-Elemente Mit seiner auf bionischem Leichtbau basierenden Tragkonstruktion aus vorgebogenen baumartigen Holzleim-Elementen und einem neuartigen lichtdurchlässigen Dachmaterial schloß sich der Kreis ausgehend von der Kathedrale hin zu diesem sehr modernen Bauwerk, immer geschaffen von Ingenieuren mit den Techniken und Materialien ihrer Zeit.

Centre Pompidou im Bau
Besichtigung der Baustelle

Leider hatte es mit Beginn der Besichtigung der Baustelle heftig zu regnen begonnen. Statt die noch zur Verfügung stehenden Zeit anderweitig zu nutzen, fanden sich die Teilnehmer dann nochmals im Bahnhofsrestaurant ein, diesmal aber zum Trocknen und Aufwärmen.

Anschließend ging es zum Restaurant, wo uns noch eine Tasche des Generalrats mit vielen Informationen und das Abendessen erwarteten, mit dem dieser harmonisch gelungene Saar-Lor-Lux-Tag sein Ende fand. Hier knüpften wir neue Beziehungen und frischten unsere alten auf.

Gerne haben wir unsere Kollegen für 2010 zu uns an die Saar eingeladen. Dann ging es durch die Dunkelheit zurück.

Verfasser: M. Brunner/ W. Calles/ T. Wolfanger


Für den Vorstand des BV Saar e.V.

Dipl.-Ing. (FH) Roland Ißle
Schriftführer und Leiter der Geschäftsstelle
 
 

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